Beim dritten Lauf der DTM Classic 2021 auf dem mit 3,628 Kilometern verkürzten Nürburgring trat tst sport + technik erneut mit vier Klasse-1-Renntourenwagen der Modelljahre 1994 bis 1996 an. Nach den Kalamitäten um Kardanwellen aus Kohlefaser 14 Tage zuvor im belgischen Zolder erwies sich das diffizile Material diesmal als fast gnädig. In zwei Renndurchgängen war lediglich ein technisch bedingter Ausfall zu beklagen. Für reichlich Unvorhergesehenes sorgte diesmal das kapriziöse Eifelwetter mit Abbruch und einem Restart.

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2021-DTM-Classic-Nuerburgring-tst-sport-und-technik-Mercedes-Benz-C-Klasse-Thorsten-Stadler © Farid Wagner, pitwall media

Die Schlagzeilen:

71 Jahre und kaum zu halten: Klaus Ludwig bestimmt im leuchtgelben INTAX-Mercedes-Benz einmal mehr das sportliche Geschehen.

Vom Jäger zum Manndecker: tst-teamchef Thorsten Stadler zweimal Zweiter mit der 1996 von Kurt Thiim gefahrenen ITC-C-Klasse.

Gemischte Gefühle: Jörg Hatscher, INTAX Motorsport, wiederholt den dritten Platz von Zolder – im zweiten Heat rutscht er ins Kiesbett.

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2021-DTM-Classic-Nuerburgring-tst-sport-und-technik-Mercedes-Benz-C-Klasse-Joerg-Hatscher © Farid Wagner, pitwall media

So liefen Freies Training und Qualifying:

DTM Classic Tourenwagen Legenden auf der 3,6 Kilometer langen Kurzfassung des Nürburgrings: Fünf Wochen nach der Flutkatastrophe in der Eifel kehrten der Rennzirkus und mit ihm auch die Hoffnung aus ein wenig Normalität in die Region zurück. Klaus Ludwig, als dreimaliger DTM-Champ der bestimmende Pilot in der Gala der Lieblingsautos aus den achtziger und neunziger Jahren, rief zusammen mit Verantwortlichen der DTM, der ITR und des AvD als ideellem Träger eine Aktion zugunsten betroffener Kinder aus der Region ins Leben.

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2021-DTM-Classic-Nuerburgring-tst-sport-und-technik-Mercedes-Benz-C-Klasse-Klaus-Ludwig © Farid Wagner, pitwall media

Ihnen gewährte das 71-jährige Rennsport-Idol im Schulterschluss mit den Stars der heutigen DTM intensive Einblicke in die Welt hinter den Boxen – für die meisten von ihnen ein kleiner Ausgleich für die ausgefallenen Sommerferien. „Mich hat die Begegnung mit den jungen Menschen sehr berührt“, berichtete der ansonsten so coole Rennfahrer, der unter der technischen Betreuung von tst sport + technik eine 1996 als Testträger aufgebaute C-Klasse von Mercedes-Benz pilotiert. Dass die Letztstand-Version für INTAX Motorsport an den Start geht, dokumentiert ihre leuchtend gelbe Folierung.

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2021-DTM-Classic-Nuerburgring-tst-sport-und-technik-Mercedes-Benz-C-Klasse-Thorsten-Stadler © Farid Wagner, pitwall media

Dass Klaus Ludwig nach wie vor das Maß der Dinge im historischen Tourenwagen-Rennsport ist, zeigte er bereits am frühen Freitagmorgen im Freien Training. In 1:32,821 Minuten markierte er die Bestzeit vor den Team- und Markenkollegen Thorsten Stadler, Kundenpilot Guido Momm mit Kurt Thiim als Partner und Jörg Hatscher – der Oldenburger Unternehmer zelebrierte schon zum zweiten Mal innerhalb 14 Tagen ein Rennsport-Wochenende bei den DTM Classic Tourenwagen Legenden mit der 1996 von Dario Franchitti gefahrenen C-Klasse im Design des damaligen Mobilfunkanbietes Mannesmann D2. Nach zwei dritten Plätzen im belgischen Zolder nahm Jörg Hatscher weitere Podiums-Platzierungen ins Visier.

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2021-DTM-Classic-Nuerburgring-tst-sport-und-technik-Mercedes-Benz-C-Klasse-Joerg-Hatscher © Farid Wagner, pitwall media

24 Stunden später im Qualifying bestätigte Klaus Ludwig seine Vormachtstellung. In 1.33,100 Minuten büßte er gegenüber dem Vortag zwar einige Zehntelsekunden ein, blieb vor Thorsten Stadler, Guido Momm mit Kurt Thiim und Jörg Hatscher aber in Führung. Wie schon so oft, verweilte der Altmeister für zwei Runden auf der Strecke, um das Material für das wenige Stunden später stattfindende erste Rennen zu schonen.

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2021-DTM-Classic-Nuerburgring-tst-sport-und-technik-Mercedes-Benz-C-Klasse-Joerg-Hatscher © Farid Wagner, pitwall media

So lief das erste Rennen:

Am Samstagnachmittag starteten 20 Fahrer in den ersten Wertungslauf über 30 Minuten. Aus der Pole-Position heraus machte Klaus Ludwig bei seinem Heimspiel – er lebt wenige Kilometer vom Nürburgring entfernt in Kalenborn – schnell den sprichwörtlichen Sack zu und legte zwischen sich und seine Verfolger einen soliden Vorsprung von 20 Sekunden. Thorsten Stadler, der in Zolder in einem spannenden Foto-Finish noch auf den zweifachen Titelgewinner der DRM, der Deutschen Automobil-Rennsportmeisterschaft, aufgelaufen war, gelang es seinerseits, Jörg Hatscher hinter sich zu halten. Guido Momm, erst zum vierten Mal mit seiner 1994 von Ellen Lohr von der DTM gefahrenen C-Klasse unterwegs, zeigte deutliche Lernfortschritte. Hinter Serien-Neueinsteiger Moritz Horn im BMW M3 erreichte der Kellerger den fünften Gesamtrang. Somit kamen alle vier Hochkaräter im Zeichen des guten Sterns aus Stuttgart-Untertürkheim sicher über die Distanz – ein bemerkenswerter Aspekt des Samstagsrennens.

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2021-DTM-Classic-Nuerburgring-tst-sport-und-technik-Mercedes-Benz-C-Klasse-Guido-Momm © Farid Wagner, pitwall media

So lief das zweite Rennen:

Vor der Freigabe des zweiten Renndurchgangs am Sonntagnachmittag über 30 Minuten zogen immer mehr dunkle Regenwolken auf. Am Ende der fünften Runde öffnete der Eifelhimmel seine Schleusen und setzte den Kurs nachhaltig unter Wasser. Die Konsequenz: rote Flaggen und natürlich eine Rennunterbrechung im Verlauf des sechsten Umlaufs. Während sich Thorsten Stadler auf profilloser Slick-Bereifung nach einer Pirouette aus eigener Kraft wieder in Bewegung setzte, blieb Jörg Hatscher Augenblicke später im Kiesbett des Hatzenbachbogens stecken und musste zunächst von der DMSB-Staffel geborgen werden. Thorsten Stadler gehörte nach einem schnellen Reifenwechsel an der tst-box zu den Piloten, die sich wieder hinter dem Safety Car auf der Start- und Zielgeraden versammelten, um Instruktionen abzuwarten. Eine Weiterfahrt auf profillosen Slicks wäre unmöglich gewesen.

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2021-DTM-Classic-Nuerburgring-tst-sport-und-technik-Mercedes-Benz-C-Klasse-Thorsten-Stadler © Farid Wagner, pitwall media

Nach dem Restart löste sich Klaus Ludwig erneut von seinen Verfolgern Thorsten Stadler und Kurt Thiim anstelle des Samstagsfahrers Guido Momm, während Jörg Hatscher die Fahrt nach seinem Ausrutscher von den hinteren Rängen aufnahm. Zehn Rennminuten verblieben bis zum Fallen der Zielflagge. Kurt Thiim nutzte die Zeit, um zum vorausfahrenden Thorsten Stadler nicht nur aufzuschließen, sondern diesen auch zu überholen. Kurze Zeit später, im Verlauf der elften von 15 Runden insgesamt, blieb die C-Klasse jedoch stehen: Kraftübertragung defekt.

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2021-DTM-Classic-Nuerburgring-tst-sport-und-technik-Mercedes-Benz-C-Klasse-Guido-Momm © Farid Wagner, pitwall media

So lag es an Thorsten Stadler, als Manndecker für Klaus Ludwig den nachrückenden BMW-Piloten Moritz Horn hinter sich zu halten, was ihm auch gelang. Jörg Hatscher hingegen musste sich mit dem achten Gesamtrang zufriedengeben. Sein Zeitverlust, hervorgerufen durch den Ausrutscher und das Bergemanöver, war nicht mehr aufzuholen. Trotzdem zog auch er ein positives Fazit nach intensiven Renntagen auf dem Nürburgring. Mögliches Motto: Ende gut, alles gut.

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2021-DTM-Classic-Nuerburgring-tst-sport-und-technik-Mercedes-Benz-C-Klasse-Thorsten-Stadler © Farid Wagner, pitwall media

Verantwortlich für den Inhalt: Carsten Krome, netzwerkeins GmbH

Fotografie: Farid Wagner, pitwall media, für die netzwerkeins GmbH

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